22. Oktober 2014

#Pressearbeit:
Wir waren für das KM Magazin auf dem Weltkongress für Kulturpolitikforschung

Text: Rebecca Baasch   Foto: standpunktgrau

Für das KM Magazin waren wir im September auf dem Weltkongress für Kulturpolitik-forschung (ICCPR 2014) in Hildesheim. Die Zusammenfassung für alle Ungeduldigen: es war großartig. Wer es genauer wissen will liest an dieser Stelle einfach weiter. Unsere ausführlichen Konferenzberichte sind im KM Magazin Nr. 94 (Thema: Rost) erschienen.

Dienstagmittag, 09. September 2014: wir sitzen im Zug, unser Ziel ist Hildesheim. Ein beschau-liches Fleckchen Erde im südlichen Niedersachsen mit rund hunderttausend Einwohnern und zwei Sakralbauten, die es auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes geschafft haben.

Hier findet er also statt, der achte Weltkongress der Kulturpolitikforschung, kurz ICCPR 2014. Für Svenja und mich wird es die erste Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress sein.

Wir sind unsicher, was uns erwartet und nutzen die Zugfahrt, um das 160 Seiten starke Konferenz-Heft durchzuarbeiten. Als unser Zug schließlich in Hildesheim einfährt, sind wir von der Vielfalt des Programms zwar beeindruckt aber auch erschlagen. Gleich für die erste Session am kommenden Tag müssten wir uns beide dreiteilen, um alle interessanten Themen besuchen zu können.

Der Dienstagabend hingegen ist noch unkompliziert. Die Konferenz startet mit einer offiziellen Eröffnungsveranstaltung im Theater für Niedersachsen. Das Programm wurde von einem künstlerischen Leiter konzipiert und so gibt es neben den üblichen Reden eine kleine Lichtshow und schauspielerische Einlagen des Organisationsteams. Die Atmosphäre ist locker und bei Häppchen und Getränken kommen die über 400 Konferenzteilnehmer aus 60 Ländern leicht ins Gespräch. Wir lernen bei dieser Gelegenheit auch andere Konferenzteilnehmer kennen. Mit Roy aus Rio geht es nach dem üblichen Small Talk gleich um die ganz großen Themen: Identität, Postmoderne, kulturelle Diversität. So können die nächsten zwei Tage gerne weitergehen!

Der erste Konferenztag beginnt früh, per Shuttlebus geht es um 08:15 Uhr zum Veranstal-tungsort. Der Kulturcampus der Stiftung Universität Hildesheim liegt etwas außerhalb der Stadt, aber der Weg lohnt sich. Zwischen Pferdeställen und Wiesen befindet sich die Domäne Marienburg, eine 650 Jahre alte Burganlage, die heute für Lehre und Forschung genutzt wird. Für den ersten Programmpunkt stehen zehn Paper Sessions und drei Thematic Sessions zur Auswahl. Ich beginne mit einer Paper Session zum Thema „Globalisierte Kulturpolitik“ und bin gleich selbst gefragt. Der südafrikanische Moderator möchte für die von ihm geleitete Session eine familiäre Atmosphäre schaffen und so sind alle Teilnehmer aufgefordert sich vorzustellen.

Die drei Themen dieser Session könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Spektrum der Vorträge reicht vom Einfluss der Globalisierung und dem Handlungsspielraum der Kulturpolitik auf nationale Kulturen, über länderübergreifende Kulturfinanzierung durch Spenden und die damit einhergehende Dringlichkeit von Steuererleichterungen bis hin zu den negativen Auswirkungen von Künstlermobilität auf das Leben und die Arbeit unabhängiger Künstler. In der anschließenden Pause diskutiere ich mit der Juniorprofessorin Dr. Anna Lipphardt von der Universität Freiburg die Notwendigkeit von Künstlermobilität. Wir reden über die jüngsten Auswirkungen des Easy Jet Faktors (Reisen ist preiswerter denn je), diskutieren die Frage, wie national Kunst sein kann und ich lasse mir die Methode des Follow-up-Interviews erklären.

An den drei Konferenztagen bekommen die Teilnehmer insgesamt rund 200 Vorträge geboten. Überwältigend ist die thematische Spannweite, welche sich unter dem Oberbegriff Kulturpolitik versammelt: Während in dem einen Raum noch über die Rolle von Kultur in Konflikten gesprochen wird, geht es nebenan schon um das afghanische Theater auf europäischen Bühnen. Die Effekte der Kulturhauptstadt stehen ebenso auf der Agenda der Konferenz wie die Bedingungen der künstlerischen Ausbildung oder die Frage danach, wer eigentlich die kulturelle Vergangenheit definiert.

Die ausführlichen Konferenzberichte von Rebecca und Svenja gibt es im aktuellen KM Magazin: http://www.kulturmanagement.net/frontend/media/Magazin/km1410.pdf

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