Utopie

9. Februar 2015

„Das war mein Durchbruch.“
Künstler erzählen, wie sie (doch noch) erfolgreich wurden

  Titelbild: Patrick Essex    Grafik: Vanessa Wiemer  


 

 

„Mein persönlicher Durchbruch findet bei jedem Konzert statt. Die Gewissheit, dass meine Schwächen auch Stärken sein können. Wenn ich mein Innerstes auf links ziehe und damit andere Menschen nicht immer nur abschrecke, sondern auch emotional berühre. Mein persönlicher Durchbruch wiederholt sich in jeder Selbstreflexion, an deren Ende trotz der üblichen Probleme ein weiterer kleiner Erfolg zu verzeichnen ist, weil ich an meinen Aufgaben erneut gewachsen bin.”

Jan Röttger
— Musik —

 

 

 

„Ab dem Moment, wo Frau Überall und ich uns gesagt haben, dass wir davon leben wollen und unsere anderen Jobs gekündigt haben. Dabei haben wir uns in eine finanzielle Leere gestellt und hatten den Anspruch, dass wir jetzt 1000 Mark im Monat zusammenkriegen müssen.“

Gerburg Jahnke
— Kabarett —

 

 

 

 

„Als ich anfing, mir richtig große Herausforderungen zu suchen, Projekte, die die Dimensionen meines bisherigen Tuns sprengen, bei denen nicht vorhersehbar ist, was alles auf dem Weg passiert: 2010, die Bundesrasenschau in Köln; eine sieben Kilometer lange Rasenmäherzeichnung rund um die Stadt; 1400 Mannstunden Arbeit mit 60 Helfern in zwei Monaten während der operativen Phase; jeden Tag künstlerische, körperliche und kommunikative Arbeit von morgens bis abends; Orga an allen Ecken und Enden. Als ich dieses Projekt realisierte und mich dabei wochenlang von Energie, ja sogar Glück durchströmt fühlte, und dieses Glück sogar bei schlechtem Wetter mitunter auf andere übersprang, da wusste ich, was ich gefunden hatte.”

Ralf Witthaus
— Bildende Kunst — 

 

 

 

„Durchbruch ist ein unbequemes Wort. Die Frage impliziert, dass es für einen Künstler wichtig ist, einen Durchbruch zu haben, auch wenn hier freigestellt ist, wie der aussieht. Trotzdem assoziiert man damit „berühmt werden“, also Ruhm und Erfolg. Und ich glaube, viele Künstler haben Angst einen solchen Durchbruch nie zu schaffen. Ich stehe selbst noch ganz am Anfang. Mich kennt kaum jemand und Ruhm und Erfolg sind noch nicht in Sicht. Letztes Jahr konnte ich mit meinem Projekt die erste CD aufnehmen und mithilfe von Crowdfunding finanzieren. Zu wissen, dass so viele Menschen an deine Musik glauben und sich mit dir auf das Ergebnis freuen, war mein persönliches Highlight in 2014. Ja, ich habe das Wort „Durchbruch“ bewusst vermieden.“

Linn Meissner
— Musik —

 

 

 

Grafik
Vanessa Wiemer ist 24 Jahre alt und studiert an der Bergischen Universität in Wuppertal Kunst und Mediendesign. In dieser „sehr schönen Stadt“ wohnt sie und erfreut sich an Dingen die dem Auge gefallen und / oder den Geist anstrengen.